Bildquelle: Roger Rhyner / BOS Schweiz

Radio Zürisee bei den Orang-Utans

Unser Musikchef Roger Rhyner war drei Wochen in Borneo und arbeitete als Volontär auf einer BOS-Rettungsstation für Orang-Utans. Der Verein «Borneo Orangutan Survival» (BOS) engagiert sich für den Schutz der Borneo-Orang-Utans und den Erhalt ihres Lebensraumes. 

Roger war mit anderen Volontären vor Ort und half beim grössten Primatenschutzprogramm der Welt tatkräftig mit. Die freiwilligen Orang-Utan-Freunde pflanzten Bäume, reinigten und reparierten Gehege, bastelten Klettertürme für die Bären, Hängematten für die Affen und stellten sogenannte Enrichments her (spezielles Futter zur Beschäftigung der Tiere). 

Wir berichten vom 10.  bis am 14. Dezember täglich über das Abenteuer von Roger, On-Air und hier zum Nachhören.

Videos mit spannenden Informationen

Die Idee

Roger Rhyner segelte schon über den Atlantik, durchquerte die Sahara, buddelte Dinosaurier-Knochen aus oder überlebte zehn Tage im Wald – ohne Essen. Weil Roger schon immer Fan von Orang-Utans war, flog er drei Wochen nach Borneo, um dort die letzten Menschenaffen Asiens hautnah zu erleben.

Vorbereitung & Reise

Wer Orang-Utans besuchen möchte, der muss Einiges auf sich nehmen. Im Regenwald hat es Moskitos, die Temperaturen sind nahe bei 
30 Grad und die Luftfeuchtigkeit beträgt 90%! Was zur Vorbereitung einer solchen Reise gehört, erzählt Roger in diesem Video.

Erster Tag

Unsere Volontäre sind endlich bei den Orang-Utans angekommen. Da sie aber eine Quarantänezeit von mehreren Tagen überbrücken müssen, um die Orang-Utans nicht mit Krankheiten anzustecken, erledigen sie andere Dinge, bevor sie als Volontäre bei den Orang-Utans arbeiten dürfen.

Malaien-Bären

Auf der BOS-Rettungsstation Samboja Lestari leben – neben den rund 150 Orang-Utans – auch noch Malaien-Bären. Die süssen Bärchen sehen zwar kuschelig aus, können aber mit ihren scharfen Klauen und Zähnen ziemlich unsanft zubeissen.

One Tree One Life

Orang-Utans sind zwar geschützt,
ihr Lebensraum – der Regenwald – aber nicht. Jährlich verschwinden unzählige Quadrat-Kilometer Regenwald in Borneo, welche meistens Palmölplantagen weichen müssen. Deshalb haben unsere Volontäre in Borneo Regenwald-Bäume gepflanzt.

Die Orang-Utan Insel – Teil 1

Damit Orang-Utans nicht ihr ganzes Leben lang in einem Käfig verbringen müssen, gibt es auf der Rettungsstation Samboja Lestari Inseln,
auf welchen die Affen auf ihre Auswilderung warten. Auf diesen Inseln werden die Affen noch gefüttert, was eines der Highlights auf Roger’s Reise nach Borneo war.

Die Lodge der Volontäre

Bei 90% Luftfeuchtigkeit und knapp 30 Grad macht campieren keinen Spass. Ausserdem ist man hundemüde, wenn man bei diesem Klima den ganzen Tag pickelt, schaufelt und Bäume pflanzt. Deshalb haben unsere Orang-Utan-Volontäre einen angenehmen Aufenthalt
in der Lodge verdient.

Orang-Utans hinter Gittern

Viele Orang-Utans haben ansteckende Krankheiten wie z.B. Tuberkulose, so dass sie nicht mehr ausgewildert werden können, weil sie andere Affen anstecken könnten. Ein Besuch bei diesen Käfigen machte Roger sehr nachdenklich und traurig.

Die Vision: Keine Affen in Käfigen

Ein ausgewachsener Orang-Utan ist rund sieben Mal so stark wie ein Mensch. Deshalb kann man leider nicht alle Affen frei auf der Rettungsstation herumtoben lassen. BOS (Borneo Orang Utan Survival) hat eine Vision, damit nicht alle Orang-Utans, ihr Leben in einem Käfig verbringen müssen.

Tour auf dem Black River

Zwischen ihrem anstrengenden Arbeitsprogramm in Borneo, leisteten sich unsere Volontäre auch mal einen freien Tag. Auf einer Bootstour auf dem Black River, konnten sie entspannen und gleichzeitig miterleben, dass Flüsse immer noch die Puls-Adern der drittgrössten Insel der Welt sind.

Die Orang-Utan Insel – Teil 2

Das Highlight, wenn man als Volontär bei den Orang-Utans arbeitet, ist, wenn man die letzten Menschenaffen Asiens füttern darf. Einmal pro Woche paddelte Roger mit einem Boot zu den Inseln der Rettungsstation, um dort die Affen
zu füttern.

Die zweite Rettungsstation – Nyaru Menteng

Über 350 Orang-Utans sind aktuell auf der BOS-Rettungsstation in Nyaru Menteng. Viele sind auf sogenannten Pre-Release-Inseln, wo sie sich beweisen müssen, bevor sie ausgewildert werden können. Viele kranke Tiere bleiben aber ihr ganzes Leben lang in Käfigen. Roger fasst den emotionalsten Tag seiner Reise zusammen.

Orang-Utans in der Waldschule

Die Stars der Orang-Utans sind die Waldschüler. Rund 80 Orang-Utans im Alter von 3-4 Jahren sind auf der Rettungsstation «Nyaru Menteng» in der Waldschule. Dort wird ihnen von Betreuerinnen beigebracht, welche Früchte sie essen können, wie sie ein Nest zum Schlafen bauen uvm.

Highlights der Orang-Utan-Reise

Drei Wochen lang haben die faszinierenden Orang-Utans unseren Roger Rhyner verzaubert. Die Highlights des Orang-Utan-Abenteuers seht ihr in diesem Video.

Hintergrund-Informationen

  • Die Volontärreise zu den Orang-Utans wird jedes Jahr von BOS Schweiz organisiert
  • Aktivitäten: Aufforstung, Mithilfe am Malaienbären-Programm, Mitarbeit in der Orang-Utan-Rettungsstation
  • BOS betreibt zwei Stationen auf Borneo mit rund 500 Orang-Utans
  • Ein Drittel der Tiere kann nicht mehr ausgewildert werden. Diese Tiere sind mit Hepatitis oder Tuberkulose infiziert, körperlich beeinträchtigt oder wurden zu lange in Gefangenschaft gehalten
  • BOS rettete in den letzten 25 Jahren mehr als 2'300 Orang-Utans
  • Seit 2012 wilderte BOS 384 Orang-Utans aus
  • 14 Babys von ausgewilderten Orang-Utan-Damen wurden bisher in Freiheit geboren
  • Orang-Utans sind die letzten Menschenaffen Asiens
  • 97% ihrer DNA ist mit der des Menschen identisch
  • 80% ihres Lebensraumes ist bereits zerstört
  • Orang-Utans sind vom Aussterben bedroht (ca. 15'000 Sumatra Orang-Utans und ca. 70'000 Borneo Orang-Utans)
  • Die Population hat sich in den letzten 16 Jahren um rund 150'000 Tiere reduziert
  • Orang-Utan-Babys werden 7 Jahre lang von ihrer Mutter aufgezogen/gesäugt – das ist die engste Mutter-Kind-Beziehung in der Tierwelt
  • Bedrohungsfaktoren: Lebensraumverlust durch das Anlegen von Palmölplantagen, Abholzung, Bergbau, Wilderei und illegaler Tierhandel

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