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«Tourismuszonen»

So machts den Touristen am Sonntag keinen Spass im Niederdorf. (Bild: Keystone-SDA)

Nadia Fäh

Zürich will sonntags offene Läden

Zürich will als Stadt attraktiver sein für den Tourismus. Die Idee: Sonntagsverkäufe. Zusammen mit dem Tessin und Luzern geht Zürich nun in die Offensive. Vorbild sind die Bergkantone.

Der Städtetourismus ist schwer von der Coronapandemie betroffen. Die drei Kantone fordern nun «Tourismuszonen», wie in den meisten Bergkantonen. Damit könnten Geschäfte auch am Sonntag geöffnet werden.

«Wenn man in Zürich seine Badehose vergessen hat, steht man am Sonntag vor verschlossenen Türen.»

Carmen Walker Späh, Regierungsrätin

Damit Städte touristisch attraktiv seien, brauche es belebte Zentren. Dazu zählten nebst einem Freizeit- und Kulturangebot, auch Einkaufsmöglichkeiten an den Wochenenden in touristischen Quartieren, wie dies in klassischen Berg-Destinationen bereits seit langem möglich sei, hiess es am Freitag an einer Medienkonferenz in Zürich.

«In St. Moritz kann man auch am Sonntag seine Skiausrüstung kaufen. Wenn man aber in Zürich seine Badehose vergessen hat, steht man vor verschlossenen Türen», sagte Carmen Walker Späh, Volkswirtschaftsdirektorin des Kantons Zürich.

Mehr Freizeit- statt Geschäftstourismus

Es brauche daher eine Änderung der Verordnung zum Arbeitsgesetz forderte sie gemeinsam mit ihren Amtskollegen aus dem Tessin und Luzern.

Für den Qualitätstourismus innerhalb der Schweiz und für Individualreisende aus Europa sei der Sonntag enorm wichtig, betonte auch Guglielmo Brentel, Präsident von Zürich Tourismus.

Urbane Kongressdestinationen wie Genf und Zürich seien zudem darauf angewiesen, dass der Freizeittourismus gerade auch am Wochenende gefördert werde. Die Fachleute rechnen nicht damit, dass der Geschäftstourismus wieder das Niveau vor der Coronapandemie erreichen wird und setzen daher vermehrt auf Freizeit- und Kulturtourismus.

«Booster» für den Tourismus

Die kantonalen Regierungsmitglieder und Vertreter der Tourismus-Branche appellieren an den Bundesrat, für alle Kantone gleichlange Spiesse zu schaffen.

Sie fordern möglichst grosse Handlungsfreiheit in regulatorischer Hinsicht und schlagen vor, das Arbeitsgesetz so zu ergänzen, dass in Städten und grossen Ortschaften Tourismuszonen ermöglicht werden. «Der Bundesrat könnte dem Tourismus diesen Booster verabreichten», sagte Walker Späh.

Mit der Anpassung der Verordnung ist noch kein Sonntagsarbeitsverbot aufgehoben. Es wird erst die Grundlage gelegt, dass die Kantone mit ihren Gemeinden die Diskussionen führen können, wo Tourismuszonen Sinn machen und wie diese ausgestaltet werden könnten. (sda/nfa)

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