Mit gutem Beispiel voran: Die Photovoltaikanlage auf dem Dach des Zürcher Polizei- und Justizzentrums. (Bild: Keystone-SDA)

Sonnen-Strom 2030

Zürcher Dächer sollen viermal mehr Energie liefern

Die Stadt Zürich will die Dächer künftig besser für die Produktion von Solarstrom ausnutzen. Bis ins Jahr 2030 soll in der Stadt viermal mehr Solarenergie produziert werden als heute. Das finden nicht alle gut.

Die Stadt Zürich setzt auf Sonnenenergie. Der Stadtrat hat beschlossen, dass diese künftig intensiver genutzt werden soll. Bis 2030 soll die Solarstrom-Produktion auf Stadtgebiet vervierfacht werden, auf städtischen Gebäuden gar verfünffacht. Sogar bei inventarisierten Bauten sollen Solarzellen möglich sein. Ziel ist die Produktion von 120 Gigawattstunden Strom pro Jahr. Die Verwaltung soll bis 2030 zudem mindestens zehn Prozent ihres Verbrauchs mit Sonnenenergie decken.

Solarzellen auf Schulhäusern

Um dieses Ziel zu erreichen, will die Stadt verstärkt 2000-Watt-Beiträge ausschütten. Das Elektrizitätswerk ewz hilft zudem Privaten, eine Anlage zu erstellen.

Bei städtischen Neubauten und Dachsanierungen sollen wenn immer möglich Solarzellen installiert werden. Auch auf geschützten öffentlichen Gebäuden will die Stadt Photovoltaikanlagen ermöglichen. Das Gleiche gilt für Schulanlagen. Bereits gebaut ist etwa eine Solaranlage auf dem Dach des Schulhauses Allenmoos.

Solar-Ziegel noch ungenügend

Neben herkömmlichen Photovoltaik-Anlagen, die auf Dächern montiert werden, testete das ewz etwa den Einsatz von Modulen, die in Dachziegeln integriert sind. Verglichen mit einer konventionellen Installation sei deren Leistung allerdings noch ungenügend. Nun würden Anlagen für Hausfassaden weiterentwickelt. Die Stadt will gezielt auch solche neuen Anlagen fördern.

Bisher wird nur ein Bruchteil des Zürcher Stromverbrauchs mit Sonnenenergie gedeckt: Im vergangenen Jahr lag die Solarstromproduktion in der Stadt bei rund 29 GWh pro Jahr. Dies ist verglichen mit dem Wert von 2010 zwar eine Versechsfachung - entspricht aber immer noch nur einem Prozent des Verbrauchs.

Grüne fordern «Nachbessern»

Die Grünen finden es zwar grundsätzlich gut, dass die Stadt bei der Solarenergie vorwärts machen will. Die vorgestellten Massnahmen würden aber nicht ausreichen, um die selber gesteckten Ziele zu erreichen, schreiben sie in einer Stellungnahme. Die Strategie möge gut klingen, schöpfe das Potenzial auf Dächern und vor allem an Fassaden aber längst nicht aus. Die Fallhöhe zwischen dem, was hier angestrebt werde, und dem, was wirklich nötig wäre, sei enorm. Sie fordern die Stadt deshalb zum Nachbessern auf. (sda/nfa)

Mehr als man von unten sieht: schon jetzt wird auf Zürichs Dächern fleissig Strom produziert. (Bilder: Keystone-SDA)

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    Erstellt am: 20. September 2021