Am Paradeplatz sitzt die UBS fest im Sattel. In den Filialen müssen die Mitarbeiter aber zittern. (Symbolbild: Keystone-SDA)

Schweizer Sparprogramm

UBS-Chef bestätigt Filialschliessungen

Die Grossbank UBS mit Hauptsitz in Zürich gleist ein Sparprogramm in der Schweiz auf. Konkret sollen 44 der heute 240 Filialen geschlossen werden.

UBS-Schweiz-Chef Axel Lehmann bestätigt in einem Interview in der "NZZ" entsprechende Medienberichte. Es seien primär kleinere Geschäftsstellen, die geschlossen würden, sagte Lehmann. Er begründete den Entscheid damit, dass die Kunden immer weniger in die Filialen kämen und ihre Geschäfte von zu Hause aus erledigten. Die Schaltertransaktionen seien dieses Jahr um rund 10 Prozent zurückgegangen, während die Nutzung des digitalen Angebots stark steige.

«Es ist wie bei einem Dorflädeli: Wenn es zu wenig Leute besuchen, werden Sie diesen Laden auch nicht aufrechterhalten können.»

Axel Lehman, Chef UBS Schweiz

Zu Entlassungen soll es jedoch im Moment nicht kommen: Die betroffenen Mitarbeitenden würden in enger Absprache mit der Arbeitnehmervertretung soweit wie möglich in anderen Geschäftsstellen und Bereichen eingesetzt, heisst in einer in einer internen Mitteilung der Grossbank, die der Nachrichtenagentur AWP vorliegt. Insgesamt seien rund 150 Mitarbeitende betroffen, führte ein Sprecher auf Anfrage aus.

Die Schliessungen sollen per Ende März vorgenommen werden und sind quer über die ganze Schweiz verteilt.

Corona-Pandemie nicht der Hauptgrund

Lehmann, der die UBS Mitte Jahr verlassen wird, wollte nichts davon wissen, dass die Sparmassnahmen wegen des Coronavirus beschlossen wurden. Die Pandemie sei keine Entschuldigung, sie habe diese Transformation einfach beschleunigt: "Traditionell hatten wir über 300 Geschäftsstellen." Die Kunden nutzten E- und Mobilebanking sowie Twint inzwischen viel öfter.

Die zweite Schweizer Grossbank Credit Suisse hatte bereits im vergangenen Sommer die Schliessung von Filialen in der Schweiz angekündigt. Damals wurde mitgeteilt, dass nur noch 109 der 146 Standorte beibehalten würden. (ris/sda)

Erstellt am: 12. Januar 2021