800 Meter tief wurde in Rheinau gebohrt. (Bild: Keystone-SDA)

Atomabfälle

Tiefbohrung in Rheinau ZH zeigt: Gestein ist dicht

Bei Suche nach einem Standort für die Lagerung von radioaktiven Abfällen ist die Tiefbohrung in Rheinau ZH abgeschlossen. Erste Ergebnisse zeigen, dass das Gestein auch im Bereich von tektonischen Störungen dicht ist.

Das Bohrgerät hatte sich bis in eine Tiefe von rund 800 Metern vorgearbeitet und Gesteinsproben zutage gefördert. Die Geologinnen und Geologen interessierten sich dabei vor allem für die Eigenschaften des Opalinustons, im dem das Tiefenlager dereinst gebaut werden soll, wie die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) am Freitag mitteilte.

Ideales Gestein

Besonderes Augenmerk legten die Fachleute dabei auf das Verhalten des Opalinustons im Bereich von sogenannten tektonischen Störungen, also von Brüchen im Gestein. Die Untersuchungsergebnisse seien vielversprechend, schreibt die Nagra. Trotz Störungen sei der Opalinuston dicht.

Zudem habe sich gezeigt, dass sich Klüfte im Gestein selbst wieder abdichten: Wenn Wasser eintritt, quillt der Ton auf und verschliesst diese. « beiden Eigenschaften - seine Dichtigkeit und die Fähigkeit, Klüfte selbst abzudichten - machen den Opalinuston zum idealen Gestein für ein Tiefenlager», wird Tim Vietor, Bereichsleiter Sicherheit und Geologie bei der Nagra, zitiert.

Die Erkenntnisse aus Rheinau sind wichtig für alle drei potenziellen Standortgebiete (Jura Ost, Nördlich Lägern und Zürich Nordost). Seit Frühling 2019 führt die Nagra in allen drei Gebieten Tiefbohrungen durch. Voraussichtlich im Herbst 2022 wird sie bekannt geben, welche Region sich am besten für das Tiefenlager eignet. (sda/nfa)

Erstellt am: 14. Januar 2022