In der Stadt Zürich gab es über 30 Zentimeter Neuschnee (Bild: Keystone-SDA)

Wintereinbruch in der Region

So viel Schnee gab es selten

In der Schweiz sind seit Mittwoch teilweise rekordverdächtige Neuschneemengen gefallen. Der viele Schnee sorgte vielerorts für ein Verkehrschaos und in den Bergen herrscht grosse Lawinengefahr.

Im Flachland hat es örtlich über 30 Zentimeter Neuschnee gegeben. So auch am Flughafen Zürich, wo die zweithöchste Menge seit Messbeginn verzeichnet wurde. Lediglich am 4. März 2006 gab es mit 45 Zentimetern noch mehr Schnee an einem Tag. In Sargans wurde mit 80 Zentimetern gar ein neuer Rekordwert aufgestellt, wie Meteonews mitteilt. In den östlichen Alpentälern wie dem Glarnerland und dem Walenseegebiet liegt mittlerweile mehr als ein halber Meter Schnee und in den Alpen sind es sogar ein bis gegen zwei Meter.

Schnee sorgt für Chaos auf Strassen und Schienen

Die rekordverdächtigen Schneefälle haben auch am Freitagmorgen auf dem Bahnnetz zu zahlreichen Störungen geführt. So fielen auf der Zugstrecke Zürich Stadelhofen - Zürich Tiefenbrunnen sämtliche Züge aus und in der Stadt konnten wegen des vielen Schnees keine Trams und Busse mehr fahren. Auch der Bahnverkehr zwischen Uster und Wetzikon im Zürcher Oberland und zwischen Winterthur und St.Gallen war wegen des starken Schneefalls beeinträchtigt.

Rettungskräfte im Dauereinsatz

Die Polizei stand aufgrund des Wintereinbruchs im Dauereinsatz. Allein die Stadtpolizei Zürich verzeichnete seit Donnerstagmittag rund 300 Einsätze. Es seien beispielsweise Fahrzeuge von der Strasse abgekommen, die mangels fester Unterlage nicht geborgen werden konnten. Zudem seien auf der Strasse liegende Äste und Bäume gemeldet worden. Die Polizei rät davon ab, mit privaten Fahrzeugen in die Stadt zu fahren.

Bei Schutz und Rettung Zürich gingen innerhalb von 24 Stunden über 1000 Notrufe ein. Die grösste Herausfoderung waren dabei die Zufahrten zu den Einsatzorten und den Spitälern. Sowohl die Fahrzeuge der Feuerwehr als auch die Rettungs- und Notarztwagen waren mit Schneeketten unterwegs.

Die Patrouillen der Kantonspolizei Zürich und der Kommunalpolizeien mussten über 650 Mal ausrücken. Bis zum Freitagvormittag gab es über 200 Verkehrsunfälle. Bei den meisten blieb es bei Sachschaden. Bei zwölf Unfällen wurden jedoch Personen verletzt.

Die Postzustellung wird teilweise eingestellt

Die aussergewöhnlich grossen Schneemengen machen auch der Post zu schaffen. An zahlreichen Orten wird am Freitag keine Post zugestellt oder die Briefe und Pakete kommen mit Verspätung an.

Keine Post mehr gibt es etwa in der Zustellregion Winterthur. Die Zustellung wurde nach Angaben der Post aus Sicherheitsgründen grösstenteils eingestellt oder abgebrochen.

(SDA/roe)

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    Erstellt am: 15. Januar 2021