Schweizer Fledermäuse tragen zwar Viren in sich - eine Übertragung auf den Menschen ist aber so gut wie ausgeschlossen. (Bild: Keystone-SDA)

Anstecken unmöglich

Schweizer Fledermäuse verbreiten keine Viren

Kann man sich bei Fledermäusen in der Schweiz mit Tollwut, Ebola oder gar Corona anstecken? Forscher der Uni Zürich haben herausgefunden: Nein, das geht nicht.

Fledermäuse in der Schweiz beherbergen keine gefährlichen Viren. Forscher der Uni Zürich haben in Kot- und Gewebeproben von in der Schweiz lebenden Fledermäusen zwar 16 Virusfamilien entdeckt, darunter auch Coronaviren. Von einer Gefahr für Menschen gehen sie aber nicht aus.

Wie gefährlich sind Fledermäuse?

Zu den entdeckten Viren bei den Fledermäusen gehört ein sogenanntes Beta-Coronavirus, das dem Mers-Erreger ähnelt. Das Virus infiziere Menschen allerdings nicht, so die Forscher. Zudem sei bisher noch von keinem Coronavirus bekannt, dass es ohne Umweg über einen Zwischenwirt von der Fledermaus auf den Menschen übergesprungen sei: «In unseren Augen besteht überhaupt kein Risiko», teilen die Virologen der Uni Zürich mit.

Im Rahmen einer Folgestudie möchten die Virologen untersuchen, wie sich Mutationen im Genom des Mers-ähnlichen Virus unter natürlichen Bedingungen in der Kolonie der Zweifarbfledermäuse akkumulieren. Zudem sollen weitere Proben untersucht werden. Erwartet hatten die Forschenden nämlich, etwa auch auf Herpes- oder Tollwutviren zu stossen. Von Letzteren wird aufgrund einer früheren Studie angenommen, dass sie in einheimischen Fledermäusen vorkommen.

Stammt Corona von Fledermäusen?

Fledermäuse gelten als der wahrscheinlichste Ursprung des Coronavirus Sars-CoV-2, die genaue Herkunft ist jedoch nach wie vor nicht abschliessend geklärt. Tatsächlich wies man in Fledermäusen bereits tausende verschiedene Viren nach, einige von ihnen können direkt oder über einen Zwischenwirt den Menschen infizieren. Zu diesen Viren zählen nicht nur verschiedene Coronaviren, sondern auch das Tollwut-, Marburg-, Ebola-, Nipah- und Hendra-Virus. (sda/nfa)

 

Erstellt am: 16. Juni 2021