Vor einem Jahr ist in der Schweiz die erste Person im Zusammenhang mit Covid-19 verstorben. (Bild: Keystone-SDA)

Schweigeminute und Glockengeläute

Schweiz denkt an die Corona-Todesopfer

Mit einer Gedenkminute und Glockengeläute hat die Schweiz am Freitagmittag der über 9300 Menschen gedacht, die in der Corona-Pandemie gestorben sind. Vor genau einem Jahr war in der Schweiz der erste Todesfall wegen des Coronavirus bekannt geworden.

Beim ersten Todesfall handelte es sich um eine 74-jährige Frau aus dem Kanton Waadt. Sie war am 5. März im Universitätsspital Lausanne gestorben. Seither ist die Zahl der Todesopfer stetig angestiegen und beträgt gemäss den offiziellen Zahlen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) inzwischen über 9300.

Im Hinblick auf den Jahrestag des ersten Corona-Todesfalls hat Bundespräsident Guy Parmelin zu Beginn der Woche die Kirchen in der Schweiz darum ersucht, am Freitagmittag die Glocken läuten zu lassen. Die Schweizerinnen und Schweizer rief er gleichzeitig zu einer Schweigeminute auf.

Die Gedenkminute schlug Parmelin nicht nur für die mittlerweile mehr als 9300 Opfer der Pandemie und für jene vor, die Angehörige verloren haben. Gedacht werden sollte auch jener Menschen, die derzeit an der Krankheit leiden oder sich von den Spätfolgen erholen, aber auch jener, die sie dabei unterstützten. «Halten wir inne in Gedanken an die Opfer der Pandemie. Gedenken wir der Menschen, die weiterhin für ihre Gesundheit und ihre Arbeit kämpfen», sagte Parmelin in einer am Freitagmorgen auf Twitter verbreiteten Videobotschaft. Anerkennung verdiene auch das Pflegepersonal.

Glockengeläute im ganzen Land

Der Aufruf stiess auf ein breites Echo in der ganzen Schweiz: Vielerorts, in grösseren und auch in kleineren Orten, läuteten die Kirchenglocken während teilweise fast zehn Minuten. Der Aufruf Parmelins löste auch auf Twitter unter dem Hashtag CoronaCHsilence eine Welle der Solidarität aus. Mehrere Schweizer Botschaften im Ausland hielten für einen Moment der Trauer und Solidarität inne. Sogar die Belegschaft der US-Botschaft in Bern schloss sich der Schweigeminute an, um ihre Dankbarkeit für die Freundschaft und Unterstützung der Schweizer Freunde und Partner zu demonstrieren.

Schweiz zahlt hohen Preis

Seit dem ersten Todesfall in der Schweiz vor einem Jahr habe die Pandemie die Welt erschüttert, sagte Parmelin in seiner Videobotschaft. Auch die Schweiz habe einen hohen Preis bezahlt. Über 9000 Menschen seien an den Folgen des Coronavirus gestorben. «Viele Erkrankte leiden an Spätfolgen und Tausende haben ihre Arbeit und zuweilen auch die Hoffnung verloren», sagte der Bundespräsident weiter.

Auf die Organisation einer Gedenkzeremonie hat der Bundesrat in Absprache mit den Präsidenten von National- und Ständerat verzichtet. Begründet wird dieser Entscheid mit der aktuellen epidemiologischen Lage. Unabhängig vom Bund bereiten auch die Landeskirchen Traueranlässe vor. (sda/md)

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    Erstellt am: 05. März 2021