Die Debut-EP «Drama» von Yaëlzoë wurde schon über 100'000 Mal gestreamt. (Bild: yaelzoe.com)

Yaëlzoë

Reife Songs einer jungen Zürcher Musikerin

Mit «Drama» legt die Zürcher Sängerin Yaëlzoë ihre erste EP vor. Darauf finden sich Geschichten über unter anderem sexuelle Belästigung oder das Erwachsenwerden. Ihr Förderer ist ein alter Bekannter aus der Schweizer Popmusik.

Der erste Song entstand aus Langeweile. Yaël Zimmermann – wie sie bürgerlich heisst – schreibt ihren ersten Song. Sie langweilt sich im Sprachaufenthalt in der Romandie. Dieser Song ist nun, fünf Jahr später, auch mit auf dem Mini-Album «Drama», welches am 27. August erschienen ist. Produziert hat Yaëlzoës «Drama» mit Luk Zimmermann (das sie den Nachnamen haben, ist zufällig oder vielleicht auch Schicksal), ein erfahrener Musiker und Produzent, der einst mit der Band «Lunik» Schweizer Musikgeschichte schrieb.

«Luk hat mein Mami um den Finger gewickelt»

Yaëlzoë

Indie Pop soll es sein, sagt sich die 16-jährige damals und schreibt Luk Zimmermann. Luk hört das Demo und ist sofort begeistert. Doch Yaëls Mami schaltet sich ein. Einfach so mit 16 einen fremden Mann aus Bern treffen, da ist zu viel unklar für die mütterliche Fürsorge. Also kommt das Mami mit und ist ob den Vorstellungen des Produzenten derart begeistert, dass von da an der erfolgreichen Zusammenarbeit nichts mehr im Weg steht. «Luk hat mein Mami um den Finger gewickelt», erzählt Yaëlzoë lächelnd im Radio-Zürisee-Interview.

Nachhaltig gearbeitet im Studio

Die letzten fünf Jahre ist Yaëlzoë nicht nur erwachsen geworden, sondern hat im Tonstudio von Sophie Records (Luk Zimmermanns Label) viel lernen und sich entwickeln dürfen. Vor allem ein Song löste diesen Frühling grosses Echo aus. «Weak Blue World» lässt viele Hörerinnen Yaëlzoë direkte Nachrichten auf Instagram schreiben und erzählen, sie hätten ähnliches erlebt. Die Kurzfassung: Er und sie gehen unkompliziert auf einen Drink in eine Bar. Die Rechnung geht auf ihn, was zugleich für ihn die Legitimation ist, sich ihr nun körperlich zu nähern zu dürfen, sie zu küssen. Man müsse darüber noch viel reden, das sei ein echtes ein Problem, sagt Yaëlzoë. Es passiere vielen Frauen. Vielleicht sind es genau solche Songtexte und die dazu unbekümmerte aber sehr klare Art über ihre Musik zu sprechen, welche «Drama» so reif erscheinen lassen. Die EP wird bestimmt nicht das Letzte gewesen sein, was man von Yaëlzoë hört und liest. (sib)

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    Erstellt am: 05. September 2021