Seit letztem Jahr sind ein Fünftel mehr Motorräder auf den Schweizer Strassen. (Bild: Keystone-SDA)

Töff-Boom

«Lieber mit Helm als mit Maske»

Herr und Frau Schweizer haben noch nie so viele Motorräder gekauft wie 2020. 29'450 Motorräder wurden neu eingelöst. Das ist Rekord.

Die Rekordverkäufe gehen über alle Hubklassen. Insgesamt meldet der Branchenverband Motosuisse einen Zuwachs von 21,6 Prozent. Auch der Roller-Absatz floriert: 18'129 Neuzulassungen entsprechen einem Zuwachs des Marktvolumens um 11,2 Prozent. Im Corona-Lockdown im März und April 2020 – den beiden wichtigsten Verkaufsmonaten – hatte die Branche Schlimmstes befürchtet. Doch sofort nach der Wiederöffnung der Verkaufslokale gab es einen Run auf alles, was zwei Räder und einen Motor besitzt. Ende Juni waren die Verluste wegen des Lockdowns wettgemacht und im Oktober wurde die Rekordmarke von 2015 geknackt, teilt Motosuisse mit.

Husch, husch vor dem neuen «L»

Für den Zweiradboom sind zwei Hauptgründe verantwortlich. Zum einen der auf Ende 2020 gestrichene Direkteinstieg zu den grossen Motorrädern. 2020 war das letzte Jahr, in dem bei uns mehr als 25-Jährige direkt auf ein grosses, in der Leistung unbeschränktes Motorrad steigen durften. Viele haben diese letzte Gelegenheit genutzt, den «A unbeschränkt»-Lernfahrausweis bestellt und sich ein grosses Motorrad zugelegt.

Mit dem Töff statt mit ÖV

Zudem spielte der Corona-bedingte Trend «weg vom ÖV» hin zum Privatverkehr eine wichtige Rolle. Attraktivität und Akzeptanz von Motorrad und Roller stiegen angesichts der schwierigen Gesundheits- und Wirtschaftslage deutlich an. Oder etwas salopp ausgedrückt: «Lieber einen Helm auf dem Kopf statt eine Maske im Gesicht». (nfa)

Erstellt am: 13. Januar 2021