Abtauchen

Im Vierwaldstättersee gibt es U-Boot-Fahrten

Es sieht aus wie ein Container, ist aber ein U-Boot. Und es ist ab Ende Jahr mit Passagieren im Vierwaldstättersee unterwegs. Die exklusive Fahrt ist aber teuer.

Wer hier mitfahren will, muss zuerst auf die Waage: Ein U-Boot nimmt ab Ende Jahr in Luzern Passagiere mit auf den Grund des Vierwaldstättersees. Bei der Präsentation des sanierten Unterwasserfahrzeugs betonten die Verantwortlichen die Sicherheitsvorkehrungen.

«Rauf kommt ein U-Boot immer, runter müssen wir es zwingen», sagte Philippe Epelbaum, der Gründer des Unternehmens Subspirit, das am Dienstag beim Verkehrshaus in Luzern die neuste Attraktion im Luzerner Seebecken präsentierte. Die P-63 ist demnach das einzige U-Boot der Schweiz mit einer Zulassung für Passagierfahrten.

Eingewassert wird die graue, 6,5 Tonnen schwere Kapsel am 16. Oktober, ab Ende Jahr können Passagiere mit dem U-Boot bis zu 100 Meter tief in den Vierwaldstättersee eintauchen. Platz im 5,5 Meter langen und 2,5 Meter breiten Gefährt haben drei Passagiere und ein Pilot.

Die P-63 war 1987 am Bodensee gebaut worden und wurde vor allem für Inspektionen und Unterwasserarbeiten eingesetzt, etwa an Stauseemauern. Danach kam das Boot zum Hergiswiler Berufstaucher Franz Hattan, der damit 2018 Passagierfahrten anbieten wollte, es dann aber für rund 100'000 Franken an die Firma von Epelbaum verkaufte.

Einfacher zu handhaben

Auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte Hattan, das U-Boot sei nicht geeignet gewesen für Passagiere, es habe ein Komfort-Problem bestanden. Diese zu beseitigen, hätte seine finanziellen Möglichkeiten überstiegen.

Epelbaum sagte, man habe mehrere hunderttausend Franken in die Sanierung investiert. Ein neues U-Boot hätte dagegen mehrere Millionen Franken gekostet, wäre weniger kompakt und auch nicht so einfach zu handhaben wie die P-63.

Diese verfügt über vier batteriebetriebene Elektromotoren, wovon der eine für das Abtauchen verantwortlich ist. Die Geräte an Bord lassen sich auch mechanisch steuern, braune Holzhebel im Inneren des U-Boots sind etwa fürs Aufblasen des Ballasttankes zuständig.

«Totmann» und Feuerlöscher

Epelbaum erklärte ausführlich die verschiedenen Sicherheitsvorkehrungen. So verfüge das U-Boot über einen sogenannten «Totmann», ein Knopf, den der Pilot in regelmässigen Abständen betätigen muss, ansonsten werde automatisch der Auftrieb eingeleitet.

Neben den Bleigewichten, die je nach Gewicht der Passagiere mit an Bord kommen, gibt es mechanisch abwerfbare Gewichte, eine Notboye, die eine Verbindung zum Oberflächenboot herstellt, das bei jedem Tauchgang dabei ist, und auch einen Feuerlöscher.

Die Überlebenszeit an Bord beträgt 96 Stunden, zur Not gibt es ein Trockenklo, zugelassen hat das Nidwaldner Schifffahrtsamt das U-Boot für eine Tauchtiefe von bis zu 300 Metern. Hinter der fünf Zentimeter dicken Stahlhülle herrscht konstanter Druck, anders als beim herkömmlichen Tauchen ist keine Dekompensation nötig.

Schwereloses Gefühl

Es sei denn auch faszinierend, ohne Ausrüstung innert weniger Minuten auf 100 Meter abzutauchen, sagte Ueli Frey, einer der Piloten. Ähnlich schnell sei man wieder oben. Es herrsche eine Art schwereloses Gefühl.

Zwei Schiffswracks werden bei den Fahren angesteuert. Es sei aber nicht nur schön, was man beim Tauchen zu sehen bekomme, sagte Epelbaum. «Es gibt auch Abfall.»

Billig ist die exklusive Fahrt im U-Boot nicht. Sie kostet 490 Franken pro Person. Vorerst plane man, die Fahrten an drei Tagen pro Woche anzubieten, später soll das Angebot auf weitere Gewässer ausgeweitet werden. Zudem will Epelbaum das U-Boot auch für technische Fahrten zur Verfügung stellen, etwa für Such- und Bergungsaufträge. (sda)

Erstellt am: 05. Oktober 2021