Wer sich impfen lässt, soll wieder in Discos und ins Theater dürfen (Symbolbild: Keystone-SDA)

Coronavirus

Geimpfte sollen Privilegien erhalten

Der Bundesrat möchte der Bevölkerung einen Anreiz geben, sich impfen zu lassen. Private Gewerbe- und Kulturbetriebe sollen daher Geimpfte bevorzugt behandeln können. Wer geimpft ist, soll wieder in Diskotheken und ins Theater dürfen, aber auch im Inneren eines Restaurants bewirtet werden können. Das hat der Bundesrat offenbar im Grundsatz so beschlossen. Die geplanten Impfprivilegien sorgen jedoch für Diskussionen.

Israel hat bereits Impf-Privilegien eingeführt. Geimpfte erhalten nach der zweiten Dosis einen grünen Impfpass. Mit diesem können die Israelis wieder in Fitnesscenter und ins Theater. Auch in der Schweiz sollen Geimpfte eine Sonderbehandlung erhalten. Der Bundesrat habe aufgrund eines vertraulichen Aussprache-Papiers bereits Beschlüsse dazu gefasst, schreibt der Blick.

Zwar sollen auch Geimpfte im öffentlichen Verkehr weiterhin Maske tragen müssen. Vor allem weil im öffentlichen Verkehr eine Beförderungspflicht gilt. Ausserdem wäre der Aufwand riesig, wenn bei jedem Fahrgast kontrolliert werden müsste, ob er durchgeimpft ist oder nicht. Private Gewerbe- und Kulturbetriebe dagegen sollen Geimpfte bevorzugt behandeln können. Wer geimpft ist, soll nach den Plänen des Bundesrats wieder in Discos und ins Theater dürfen, aber auch im Inneren eines Restaurants bewirtet werden können.

«Es gibt dann eine Zweiklassengesellschaft, was aus unserer Sicht problematisch ist.»

Casimir Platzer, Präsident von Gastro Suisse
 

Gastro Suisse Präsident, Casimir Platzer, steht diesem Vorschlag jedoch kritisch gegenüber, weil eine Kontrolle für den Gastro-Betrieb sehr schwierig wäre.  «Es gibt dann eine Zwei-Klassen-Gesellschaft, was aus unserer Sicht problematisch ist», sagt Casimir Platzer im Interview mit Radio Zürisee.

Dieses Risiko sieht Gesundheitspolitikerin Ruth Humbel  dagegen nicht, sofern auch alle Personen die Möglichkeit zu einer Impfung haben, die das wollen und wenn es entsprechende Begleitkmöglichkeiten gebe, wie zum Beispiel das Vorweisen eines negativen Corona-Tests. 

Bevorzugung bis Herdenimmunität erreicht ist

Laut dem Aussprachepapier können die Impfprivilegien tatsächlich erst dann zur Anwendung kommen, wenn der Grossteil der erwachsenen Bevölkerung überhaupt die Möglichkeit hat, sich impfen zu lassen. Dies soll ab Mai oder spätestens Juni der Fall sein. Die Bevorzugung soll enden, wenn die Herdenimmunität erreicht ist – also wenn ein genügend grosser Anteil der Bevölkerung gegen Corona immun ist, sodass sich das Virus kaum mehr weiterverbreiten kann.

«Grundsätzlich haben alle das Recht ins Museum zu kommen. Wie bei allen Themen richten wir uns nach den Empfehlungen und den Weisungen der Behörden.»

Alexander Rechsteiner, Mediensprecher Landesmuseum Zürich
 

Alexander Rechsteiner vom Landesmuseum Zürich ist vorallem froh, dass die Museen bestenfalls ab nächster Woche wieder öffnen dürfen und sagt zu allfälligen Privilegien: «Grundsätzlich haben alle das Recht ins Museum zu kommen. Wie bei allen Themen richten wir uns nach den Empfehlungen und den Weisungen der Behörden.» Morgen will der Bundesrat definitiv über die weiteren Schritte in der Corona-Pandemie informieren.

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    Erstellt am: 23. Februar 2021