Trotz Impfungen: Die Corona-Lage ist in der Schweiz laut Patrick Mathys vom BAG nach wie vor ernst. (Symbolbild: Keystone-SDA)

Coronasituation Schweiz

Es drohen härtere Massnahmen

Laut Patrick Mathys vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) sind strengere Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus aus epidemiologischer Sicht notwendig. Die Fallzahlen verharrten trotz der vor den Festtagen ergriffenen Massnahmen auf zu hohem Niveau

«Ich kann keinen Optimismus verbreiten», sagte Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit im Bundesamt für Gesundheit (BAG), am Dienstag vor den Bundeshausmedien. «Die Situation hat sich eine weitere Woche nicht in die Richtung entwickelt, die wir uns wünschen.»

Das Gesundheitswesen sei nach wie vor stark belastet. Noch immer seien drei Viertel der Intensivpflegeplätze belegt, 41 Prozent von Covid-Patienten. Auch der Reproduktionswert ist laut Mathys zu hoch. Er liegt bei 1 - das heisst, dass eine infizierte Person im Schnitt eine weitere ansteckt. Es sei deshalb nicht mit einer Abnahme der Fallzahlen in den nächsten Tagen zu rechnen. Auch die hohe Positivitätsrate lasse keinen positiven Schluss zu.

Hochansteckende Mutation breitet sich aus

Mittlerweile seien in der Schweiz 127 Fälle von Mutationen bekannt, sagte Patrick Mathys. 86 betreffen demnach die Virusform aus Grossbritannien, 5 diejenige aus Südafrika. 36-mal wurde bisher eine neue Variante festgestellt.

Mathys stellte klar, dass viele der registrierten Varianten keinen Link zu Reisen in die betroffenen Länder hätten. "Die Übertragung hat in der Schweiz stattgefunden." Nicht mehr alle Übertragungsketten seien nachweisbar. Es sei nicht zu verhindern, dass sich das mutierte Virus weiter ausbreite. "Das Ziel muss es sein, dass die Ausbreitung so langsam wie möglich passiert."

Es sei "nicht unwahrscheinlich", dass aktuell bereits 6 Prozent der positiven Proben das mutierte Virus betreffen, sagte Mathys. Breite sich die Mutation weiter aus, habe dies eine rasante Zunahme der Fallzahlen zur Folge. Das zeige ein Blick auf die meistbetroffenen Länder wie Irland.

Zulassung des zweiten Impfstoffes «sehr willkommen»

Die Zulassung des zweiten Impfstoffes sei sehr willkommen, sagte Christoph Berger, Präsident der eidgenössischen Kommission für Impffragen (EKIF) am Dienstag vor den Medien in Bern. Das sei das Beste, das geschehen könne. Damit könne die Zahl der Impfdosen stark erhöht werden.

Mit der Zulassung des zweiten Impfstoffes seien die Empfehlungen für die Impfungen angepasst worden, sagte Berger. Darin seien nun Hinweise für Patienten mit Immundefizit sowie eine Formulierung zur Nutzen- und Risiko-Analyse für Schwangere und Menschen mit Allergien enthalten. (ris/sda)

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    Erstellt am: 12. Januar 2021