Die Taufe der neuen Wagen der Braunwaldbahn bei der letzten Erneuerung 1997. (Bild: Keystone-SDA)

Braunwald

Eine Erschliessung mit Strasse ist vom Tisch

Braunwald bleibt autofrei. Das hat der Glarner Regierungsrat beschlossen. Für die künftige Erschliessung werden nun noch zwei Varianten geprüft.

Seit rund 15 Jahren wird im Kanton Glarus über die Erneuerung des Zubringers zu Braunwald diskutiert. Die Konzession und Betriebsbewilligung der Standseilbahn läuft 2035 aus. Zudem muss die Bahn dem Behindertengleichstellungsgesetz angepasst werden. Die letzte umfassende Erneuerung liegt schon fast 25 Jahre zurück. In welcher Form die bestehende Standseilbahn künftig noch eingesetzt wird, ist im Moment noch offen. Klar ist aber jetzt, dass eine Erschliessung mit einer Strasse nicht in Frage kommt. Das hat der Regierungsrat am Montag mitgeteilt.

Im vergangenen Mai hatte die Kantonsregierung ein Mitwirkungsverfahren gestartet. Dieses sollte Ideen zur Erschliessung Braunwalds liefern. Über 600 Eingaben sind eingegangen. Laut Glarner Regierung hatte sich keine Anspruchsgruppe für den Neubau einer Strasse ausgesprochen. Diese Idee ist deshalb definitiv verworfen worden.

 

Zwei Bahnen oder nur eine?
 

Im Mitwirkungsverfahren haben sich zwei Varianten herauskristallisiert, die jetzt detailliert abgeklärt werden. Die erste Variante ist der Neubau einer Seilbahn. Diese Zehner-Gondelbahn wäre vorwiegend für Personentransporte und leichte Güter. Die bestehende Standseilbahn würde saniert und als Bahn für schwere und sperrige Güter verwendet und als Notbetrieb auch für Personentransporte.

 

Die zweite Variante sieht einen Neubau der Standseilbahn auf dem bestehenden Trassee vor. Die Bergstation würde westlich oder östlich der heutigen Station neu gebaut.

 

«Wir wissen nicht, was das kostet.»


Ueli Strauss, externer Raumplanungsexperte


 

Die beiden Varianten sollen nun weiter ausgearbeitet werden. Im Mitwirkungsverfahren gab es eine überwältigende Mehrheit von über 90 Prozent für die erste Variante mit Gondelbahn und «Standseilbahn light». Da aber die Kosten dieser Variante noch vollkommen unklar sind, wird auch die zweite Variante weiter geprüft. «Für den politischen Prozess ist entscheidend, dass man die Kosten abklärt und die beiden Varianten auch finanziell seriös einander gegenüberstellen kann, sagt Ueli Strauss. Der externe Raumplanungsexperte hat das Mitwirkungsverfahren im Auftrag des Kantons durchgeführt.

 

Diese weiteren Abklärungen werden mindestens ein Jahr in Anspruch nehmen. Ein zentraler Punkt dieser Abklärungen wird laut Glarner Regierung die Sanierung der bestehenden Standseilbahn sein. Diese muss auf der einen Seite einen ausfallsicheren Betrieb sicherstellen. Auf der anderen Seite sollen keine Kosten entstehen, die bei einem Entscheid für eine Gondelbahn und einer Lightversion der Standseilbahn doppelt anfallen könnten. (dak)

Erstellt am: 13. September 2021