Ursprünglich war je eine Sporthalle der Rapperswil-Jona Lakers und der Jona-Uznach Flames im Grünfeld geplant (Bild: Visualisierung zvg)

Sporthalle Grünfeld

Die Jona-Uznach Flames setzen zum Solo-Lauf an

Die geplante Doppelhalle im Joner Grünfeld steht vor dem Aus. Das gemeinsame Projekt der Rapperswil-Jona-Lakers und der Jona-Uznach Flames könnte wegen Rekursen noch jahrelang blockiert bleiben. Die Unihockeyaner wollen ihr 6-Millionen-Projekt nun eigenständig realisieren.

Die Jona-Uznach Flames wollen die geplante Unihockey-Halle im Joner Grünfeld ohne die Eishockey-Trainingshalle der Rapperswil-Jona Lakers bauen. Das hat der Verein beim Stadtrat offiziell beantragt, wie Vereinspräsident Mike Zimmermann gegenüber der Linth-Zeitung bestätigt. «Das Projekt läuft bei uns schon seit rund fünf Jahren», wird Zimmermann zitiert. «Wir wollen und müssen jetzt vorwärtsmachen.»

Die Jona-Uznach-Flames und die Rapperswil-Jona Lakers wollten ursprünglich im Gründfeld parallel je eine Sporthalle erstellen - mit gemeinsamer Energieversorgung. Die Bürgerversammlung hat dem Doppelhallenprojekt im Dezember 2019 grünes Licht gegeben. Sie war sowohl mit der kostenlosen Abgabe des Grundstücks als auch mit den Projektbeiträgen von je 1,5 Millionen Franken sowie den Betriebskosten von weiteren rund 500 000 Franken jährlich einverstanden.

Entscheid vor Gericht hängig

Gegen den Entscheid wurde allerdings eine Abstimmungsbeschwerde wegen Verfahrensmängeln und Rechtswidrigkeiten eingereicht. Dieser wurde inzwischen zwar vom Departement des Innern abgeweisen aber an das Verwaltungsgericht weitergezogen. Die Beschwerde richtet sich formell nur gegen die Halle der Rapperswil-Jona Lakers.

«Wir als Flames können nicht mehr länger warten»

Mike Zimmermann, Präsident der Jona-Uznach Flames
 

«Wir befürchten, dass die Geschichte mit dem Rekurs noch jahrelang dauern könnte», sagt Flames-Präsident Zimmermann. Darum wolle man nun alleine weitergehen. «Wir als Flames können aber nicht mehr länger warten. Wir haben eine Verpflichtung gegenüber unseren Mitgliedern, gegenüber den Sponsoren und auch gegenüber der Bevölkerung», erklärt Zimmermann.

Angst, Sponsoren zu verlieren

Für die knapp sechs Millionen Franken teure Halle haben die Flames rund 700 000 Franken als Sponsorenbeiträge von Firmen und Dritten gesammelt. «Manche Firmen fragen uns jedes Jahr, wann sie den Beitrag jetzt budgetieren können», erklärt Zimmermann. Auch um keine Sponsoren zu verlieren, wolle man vorwärtsmachen. Selbst bei ei-er erfolgreichen Trennung der Projekte geht Zimmermann indes davon aus, dass es bis zur Realisierung 2022 oder gar 2023 werden dürfte.

Entscheid des Stadtrates noch offen

Stadtpräsident Martin Stöckling bestätigt das Gesuch der Flames. Der Stadtrat habe noch nicht darüber entschieden. Er selber habe aber Verständnis für das Begehren der Flames angesichts des Rekurs. Rechtlich schaut Stöckling die Trennung der beiden Hallenprojekte als möglich an. Es seien zwei separate Vorlagen an der Bürgerversammlung gewesen. Und die Bauparzelle hätte man laut Stadtpräsident sowieso teilen müssen. Für einen Entscheid des Stadtrats brauche es aber noch Abklärungen.

Lakers bleibt nur das Warten

Schon im letzten Herbst hatte der Geschäftsführer der Lakers, Markus Bütler, gesagt, dass man sich nicht in den Weg stellen werde, wenn die Flames ihr Hallenprojekt selber realisieren können. An dieser Haltung gegenüber den Flames hat sich gemäss Medienchef René Schmid nichts geändert. Allerdings ist ein konkreter Plan B für die Lakers, die ihrerseits seit Jahren an einer Trainingshalle laborieren, nicht in Sicht. «Stand jetzt gehen wir davon aus, dass wir im Grünfeld trotz der Blockade wahrscheinlich schneller ans Ziel kommen, als eine ganz neue Planung zu starten», sagt Schmid. Denn man habe ein ausgearbeitetes Projekt. Dieses würde rund zehn Millionen Franken kosten. Somit bleibe den Lakers aktuell nichts anderes übrig, als zu warten. (roe)

Hier den kompletten Beitrag hören:

0:00

    Erstellt am: 23. Februar 2021