Insulin ist ein wichtiges Hormon für den Stoffwechsel im menschlichen Körper. (Bild: Keystone-SDA)

100 Jahre Insulin

Der Alltag mit Diabetes

In der Schweiz haben schätzungsweise 500'000 Menschen Diabetes. Davon leiden rund 10 Prozent am Diabetes Typ 1. Zum 100 Jahr Jubiläum von Insulin, erzählen uns Betroffene aus ihrem Alltag.

Der 27. Juli 1921 gilt als der Tag, an dem es den kanadischen Forschern Frederick Grant Bantingund Charles Best gelang, Insulin aus den Bauchspeicheldrüsen von Hunden zu isolieren. Insulin ist ein überlebenswichtiges Hormon für den Stoffwechsel im Körper. Es dient vor allem dazu, Traubenzucker (Glukose) aus dem Blut in die Zellen zu schleusen. Dort werden die Zuckermoleküle zur Energiegewinnung benötigt.

«Dass man wegen zu vielen Süssigkeiten Diabetes bekommt, ist ein komplettes Vorurteil»

Udo Meinhardt, Kinderdiabetologe

Beim Typ-2-Diabetes, der mit Abstand häufigsten Diabetesform, sprechen die Körperzellen schlechter auf Insulin an. Zunächst reichen dabei Medikamente aus, um die Krankheit zu behandeln. Anders ist es beim Typ-1-Diabetes. Weil das Immunsystem in diesem Fall die Insulin produzierenden Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse angreift, benötigen Betroffene direkt und ihr Leben lang Insulin. «Vorbeugend kann man sich nicht gegen Diabetes schützen», sagt Kinderdiabetologe Udo Meinhardt im Radio-Zürisee-Interview «Dass man wegen zu vielen Süssigkeiten Diabetes bekommt, ist ein komplettes Vorurteil. Damit muss man unbedingt aufräumen, denn es schiebt die Schuld den Betroffenen zu.»

«Während andere Schoggistängeli essen durften, hatte ich Rüebli und Gurken dabei.»

Coni Imholz, Diabetikerin

Seit sie 13 ist, weiss Coni Imholz, dass sie unter Diabetes Typ 1 leidet. Die Diagnose kam plötzlich. «Ich hatte keine Ahnung, was diese Diagnose für mich bedeutet.» Sie ging zum Arzt, weil sie Bläschen im Mund hatte. Zunächst dachten die Ärzte es sei ein Pilz, erst nach einer Blutprobe hat man einen sehr hohen Blutzuckerspiegel festgestellt. Seit da hat sich Conis Leben verändert. «Während andere Schoggistängeli essen durften, hatte ich Rüebli und Gurken dabei», erzählt sie gegenüber Radio Zürisee.

Hier kannst du das ganze Interview mit Coni Imholz hören:

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    «Die Werte waren so hoch, dass man sie nicht mehr messen konnte.»

    Manu Göldi, Mutter von Diabetiker Tim

    Manu Göldi beschäftigt sich seit zweieinhalb Jahren intensiv mit der Krankheit. Ihr Sohn Tim Göldi hat die Diagnose als Siebenjähriger erhalten. «Erst im Kinderspital hat man herausgefunden, was ihm fehlt. Auf der Notfallstation konnte man seine Werte nicht messen, weil sie zu hoch waren. Man dachte das Gerät sei kaputt.» Eltern welche ebenfalls ein diabeteskrankes Kind haben, empfielt Manu ein Netzwerk aufzubauen. Um sich mit anderen Betroffenen austauschen zu können, ist sie  im Verein «Swiss Diabetes Kids».

    Hier kannst du das ganze Interview mit Manu Göldi hören:

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      Insulin vereinfacht das Leben vieler Diabetikerinnen und Diabetiker. Sie können damit ihren Blutzuckerspiegel regulieren. Trotzdem ist es noch ein weiter Weg, bis Betroffene ihren Alltag  uneingeschränkt bewältigen können. (isa)

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        Erstellt am: 26. Juli 2021