Mit seiner Test-Strategie will der Bundesrat unbemerkte Corona-Ausbrüche schneller erkennen. (Bild: Keystone-SDA)

Gratis-Tests für alle

Berset: «Wir wollen eine grosse Test-Offensive»

In der Schweiz sollen sich ab Mitte März alle Menschen gratis auf das Coronavirus testen lassen können. Der Bundesrat plant eine massive Ausweitung seiner Teststrategie. Er will dafür über eine Milliarde Franken lockermachen.

Gesundheitsminister Alain Berset hat am Freitag für die Schweiz eine umfassende Testoffensive gegen das Coronavirus angekündigt. Jeder Menschen im Land, der das wünscht, soll sich gratis testen lassen können, wie der Berset vor den Medien in Bern sagte. Der Bund wolle viel mehr testen, damit die kontaminierten Personen schneller identifiziert werden könnten, sagte Berset.

Das Ziel ist laut Berset unter anderem, dass sich rund 40 Prozent der mobilen Bevölkerung in Unternehmen, Schulen und Universitäten künftig regelmässig testen lassen. Dies sei mittlerweile möglich, weil in den Labors genügend Kapazitäten vorhanden seien. Vor einem Jahr sei das noch nicht der Fall gewesen.

Testen, testen, testen

Mit der Übernahme der Kosten sämtlicher Tests will der Bund erreichen, dass im Gleichzug mit den Öffnungsschritten insgesamt noch mehr getestet wird. Damit sollen unbemerkte Corona-Ausbrüche früh erkannt werden.

Der Bund ermuntert insbesondere Unternehmen und Schulen zu wiederholten freiwilligen Tests. Firmen, die häufig testen, können nach den Plänen des Bundesrats durch die Kantone von einer Quarantänepflicht für Kontaktpersonen befreit werden. Allerdings müssen die Betriebe daneben weiterhin die Schutzkonzepte befolgen.

Zu wenig Infos zu Selbsttests für daheim

In Unternehmen und Schulen soll die Testform mit sogenannten gepoolten Speichel-Proben zur Anwendung kommen. Dabei werden die Proben der Testpersonen nicht einzeln, sondern wegen der Material- und Zeitersparnis in einer einzigen Sammelprobe analysiert.

Selbsttests für zu Hause hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) noch nicht genehmigt. Für die Anwendung solcher Selbsttests bei asymptomatischen Personen würden noch nicht genügend Informationen vorliegen, erklärte der Bundesrat. Dereinst sollen sich aber alle Personen regelmässig testen können, auch wenn sie keine Symptome haben. Der Bundesrat will jeder Person monatlich fünf Selbsttests bezahlen.

Bundesrat warnt vor Risiken

Der Bundesrat warnte zugleich vor Risiken bei einer Ausweitung der Massentests. Jedes Testresultat sei nur eine Momentaufnahme, hiess es in der Mitteilung. Ausserdem seien Selbsttests deutlich weniger verlässlich als PCR-Tests. Ein negativer Test dürfe nicht zu falscher Sicherheit und unvernünftigem Verhalten führen.

Die Regierung erklärte, dass das Tragen einer Maske und das Abstandhalten weiterhin nötig sein würden. Wichtig sei zudem, dass Personen mit einem positiven Schnelltest oder Selbsttest einen PCR-Test machen und sich sofort in Isolation begeben müssten.

Noch nicht entschieden ist laut dem Bundesrat, ob ein negatives Testresultat als Voraussetzung für die Teilnahme an gewissen Veranstaltungen oder den Zugang zu gewissen Bereichen definiert werden darf.

Der Bundesrat schätzt die Kosten für die Ausweitung der Teststrategie für das Jahr 2021 auf über eine Milliarde Franken. Grundlage bildet das Covid-19-Gesetz. Dieses ist bis Ende Jahr befristet. Gegen das Gesetz wurde das Referendum ergriffen. Das Volk stimmt am 13. Juni darüber ab. (sda/md)

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    Erstellt am: 05. März 2021