Die Waldschnepfe ist eine bedrohte Vogelart und wird trotzdem gejagt. (Bild: Birdlife)

Saldo

Bedrohte Vögel werden geschossen

Der Bund finanziert Projekte für die Förderung gefährdeter Vogelarten. In manchen Fällen gibt er aber genau diese vom Aussterben bedrohten Vögel zum Abschuss frei. Warum tut er das?

Die abgebildete Waldschnepfe ist in der Schweiz sehr selten. Ihr Bestand wird in der Schweiz auf maximal 800 geschätzt. Sie steht deshalb als gefährdete Art auf der Roten Liste des Bundes. Trotzdem darf der Vogel gejagt werden. 

Die Schnepfe auf der Liste der «jagdbaren Arten»

Laut amtlicher Jagdstatistik erlegen Jäger in der Schweiz pro Jahr zwischen 1500 und 2500 bedrohte Vögel. Nur in der Schonzeit im Frühling und im Sommer dürfen die Jäger nicht auf diese schiessen.

Bund und Kantone finanzieren also Projekte, um die Bestände zu vergrössern - gleichtzeitig gibt der Bund die Tiere zum Abschuss frei. Das Bundesamt für Umwelt schreibt saldo, dass es sich mit rund 200 000 Franken pro Jahr an den Kosten von Artenförderungsprojekten für Vögel beteilige. Ein 2014 lanciertes Projekt zur Förderung der Waldschnepfe kostete den Bund einmalig 500 000 Franken.

Die Jagd auf bedrohte Vögel stoppen

Die Organisationen Pro Natura, Birdlife und der Schweizer Tierschutz fordern: Mit der Jagd auf bedrohte Vögel soll Schluss sein. Die bedrohten und «potenziell gefährdeten» Vogelarten würden weder der Landschaft noch anderen Tieren schaden. Anders sei das zum Beispiel bei Wildschweinen, die Maisfelder kahlfressen und Wiesen zerwühlen.

Die Jagd auf Schnepfen hat eine lange Tradition. Sie gelten in Jägerkreisen als Delikatesse. «Die Vögel werden selbstverständlich gegessen», sagt Jäger David Clavadetscher vom Verband Jagd Schweiz. (gis)

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    Erstellt am: 13. April 2021