Die Migros plant zusammen mit Givaudan und Bühler ein «Fleisch-Labor». (Bild: Keystone-SDA)

Labor in Kemptthal

Bald Fleisch ganz ohne Tier?

«Kultiviertes Fleisch» und Fleischersatzprodukte auf pflanzlicher Basis liegen im Trend. In Kemptthal soll nun ein Innovationszentrum die Entwicklung von Produkten aus kultivierter Landwirtschaft vorantreiben.

Der Detailhandelsriese Migros legt für dieses Projekt die Kräfte mit dem Aromen- und Riechstoffkonzern Givaudan sowie dem Maschinenbauer Bühler zusammen. Der «Cultured Food Innovation Hub» soll den Betrieb bereits im nächsten Jahr aufnehmen, wie die drei Unternehmen am Mittwoch mitteilten.

Das Innovationszentrum soll Start-Ups unterstützen, die Ersatzprodukte für herkömmliches Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte sowie weitere Alternativen auf pflanzlicher Basis entwickeln. Das Labor in Kemptthal werde auch mit Zellkultur- und Biofermentationskapazitäten ausgestattet sein, heisst es weiter.

Beitrag zur Ernährungssicherheit

Die Nachfrage nach Lebensmitteln auf pflanzlicher Basis sei in den vergangenen Jahren deutlich angestiegene, begründen die drei Firmen den Schritt. Zudem habe «kultiviertes Fleisch» eine deutlich bessere Klimabilanz, komme ohne den Einsatz von Antibiotika, Schlachtung oder Massentierhaltung aus und leiste einen Beitrag zur Ernährungssicherheit.

Das im Maschinenbau tätige Unternehmen Bühler bringe in die Kooperation seine Lösungen für die Produktion von Lebensmitteln ein. Givaudan steuere seine Expertise im Bereich Geschmack und Biotechnologie bei und die Migros sei für die Marktbearbeitung verantwortlich, heisst es weiter.

Auch die zu Coop gehörende Bell-Gruppe ist an «Laborfleisch» interessiert. Die Fleischverarbeiterin hatte sich dafür in den vergangenen Jahren über zwei Finanzierungsrunden an der niederländischen Mosa Meat beteiligt, die bis 2022 ein «kultiviertes Fleischprodukt» an den Markt bringen will. (sda/md)

Erstellt am: 15. September 2021