Meist liegt einem das Fondue nach dem Genuss schwer auf dem Magen. (Bild: Keystone-SDA)

Hass-Liebe Fondue

«Alkohol hilft nicht bei der Verdauung»

Beim Fondue-Plausch sitzt meist auch das eine oder andere Ammenmärchen am Tisch. Weisswein oder Schnaps fördern die Verdauung überhaupt nicht. Im Gegenteil. So isst man den geschmolzenen Käse ohne späteren «Stein» im Magen.

Das Käsefondue gilt seit den 1950er Jahren als Schweizer Nationalgericht. Ungeklärt bleibt jedoch der Ursprung des Fondues. Sowohl die Schweiz als auch Frankreich (Savoyen) sehen sich als Herkunftsland des geschmolzenen Käses. Der Aufstieg zum eidgenössischen Nationalgericht erreichte das Käsefondue mit der Aufnahme in die Armeekochbücher. Die Wehrmänner brachten das Rezept aus dem Militärdienst in die Familien.

FIGUGEGL

Das erste Fondue als Fertigprodukt wurde 1955 von der Firma Zingg AG auf den Markt gebracht. Weitere Alternativen folgten. In den 1970er und 1980er Jahren wurde eine breit angelegte Werbekampagne geführt unter dem Motto «Fondue isch guet und git e gueti Luune» kurz FIGUGEGL.

«Ich empfehle vor dem Fondue einen Salbei-Tee.»

Andrea Cramer, Ernährungsberaterin vom Ernährungszentrum Zürich
 

Die Gretchenfrage beim Fondue-Verzehr ist immer: wie schaffe ich es ohne Kloss im Magen. Laut der Ernährungsberaterin Andrea Cramer vom Ernährungszentrum Zürich entspricht ein Fondue der Fettmenge von zwei bis drei Bratwürsten. Logisch, dass da die Verdauung viel zu tun hat. Andrea Cramer empfiehlt eine Vorspeise oder auch Essiggurken und Silberzwiefeln als Beilage. «Hilfreich sind beispielsweise auch Birnen als Alternative zum Brot oder Salat, der Bitterstoffe enthält. Zudem empfehle ich vor dem Fondue einen Salbei-Tee», sagt die Ernährungsberaterin im Interview mit Radio Zürisee.

Mythos Schnaps

Viele erfahrene Fondue-Esser schwören auf einen Kirsch und sie proklamieren dann auch laut: «Das hilft bei der Verdauung». Stimmt nicht, sagt die Fachfrau. «Der Alkohol hilft nicht, er verschlechtert die Verdauung. Er bringt zusätzliche Kalorien, die verarbeitet werden müssen und er verzögert die Magen-Entleerung. Und der Alkohol stoppt auch den Fettabbau in der Leber», meint Cramer weiter.

«Es ist wie eine Massage für den Darm.»

Andrea Cramer, Ernährungszentrum Zürich
 

Als weiteren Tipp erwähnt Andrea Cramer Bewegung. «Am besten kombiniert man den Fondue-Plausch mit einer Schneeschuh-Tour, die Bewegung verbraucht auch Kalorien. Und ausserdem ist es wie eine Massage für den Darm, das fördert die Verdauung», ergänzt Cramer. So steht dem Fondue-Genuss ohne Spätfolgen nichts mehr im Weg. (md)

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    Erstellt am: 05. November 2021